Down Town Manacor

 

 

 

Stadt Manacor, Palma de Mallorca

Hafen

 

Bei der drittgrößten Stadt Mallorcas kann man tatsächlich bereits von „downtown“ sprechen. Das Handels- und Industriezentrum des Inselostens liegt eine gute Dreiviertelstunde nordöstlich von Palma entfernt; ein Zug verbindet die Stadt mit der Hauptstadt und zweitgrößten Stadt Inca. Als „hässliches Entlein“ spielt sie zwar nur die zweite, bzw. dritte Geige, doch Mallorcas „Möbel- und Perlenstadt“ hat sich in den letzten Jahren zumindest teilweise in einen recht ansehnlichen Schwan verwandelt. 

 Großstadtfeeling? Na ja. Den Nachbarn kennt man hier noch, die (Familien-)Bande in den einzelnen Vierteln sind teilweise sehr eng. Wer diesen bestimmten Mix liebt – keine richtige Stadt im klassischen Sinne, aber eben auch kein Dorf mehr-, und auf ein gewisses Miteinander Wert legt, kann sich hier wohlfühlen. Vorausgesetzt man integriert sich und knüpft Freundschaften, wobei der typische „Manacorí“ eher als zurückhaltend gilt. Dennoch hat er in den letzten Jahren seine Stadt für viele Emigranten besonders aus Marokko und Algerien geöffnet, die überwiegend in der im Umland noch sehr bedeutenden Landwirtschaft tätig sind. Die Ortschaft Manacor, deren Ursprung in der islamischen Herrschaft liegt, trägt immerhin seit dem 13. Jahrhundert den Titel einer „Ciutat“ mit Stadtrechten. Heutzutage weist  sie über 40.000  Einwohner auf, hat ein eigenes Krankenhaus und eine eigene „Industrie“, die sich durch zahlreiche Möbelfabriken und -geschäfte darstellt. Der größte Auftraggeber hierfür ist die inselweite Hotelbranche. 

Kirchenturm von Manacor

 

Nach wie vor ist Manacor eine typisch spanische Stadt; Tourismus spielt hier – abgesehen von einigen wenigen Landhotels im Umland – keine allzu große Rolle. Ein touristischer Anziehungspunkt ist allerdings die weltweit bekannte Kunstperlenfabrik Majorica; überhaupt kommen die Besucher überwiegend zum Shoppen. Das Angebot blüht und ist erstaunlich: kaum ein Label, das hier nicht vertreten ist. Boutiquen, Schuhgeschäfte und Dekorationsläden haben aus Manacor in den letzten Jahren eine aktive und wirtschaftsorientierte Stadt gemacht, der ein Ruf des Fleißes und der Kundenfreundlichkeit vorauseilt. Shoppingfans werden hungrig und müssen eine Pause einlegen, entsprechend wächst das Restaurant- und Caféangebot. In der schön restaurierten Altstadt herrscht romantisches Flair: besonders an der zentralen Plaça del General Weyler mit der stattlichen Pfarrkirche (19. Jhdt.) Nostra Senyora dels Dolors und ihrem schönen, gotischenTurm, die auf den Mauern einer Moschee steht. Aber auch im geschäftigen Gassengewirr mit alten Stadthäusern und kleinen Plätzen, bietet sich Raum für Stühle und Tische der Cafés. Seit zwei bis drei Jahren boomt auch das Nachtleben: junge Leute kommen am Wochenende aus den umliegenden Dörfern und bevölkern die Plaça de Mercat und ihre Bars und Kneipen. Dass in Manacor gerne gefeiert wird, merkt man besonders im Januar: Die Sant Antoni-Feierlichkeiten, bei denen die Teufel auf den Straßen tanzen, werden derart ausschweifend wohl höchstens noch in Sa Pobla gefeiert. Stolz sind die Manacoriés auf ihre seit 1996 jeweils im Herbst stattfindende Theatermesse („feria de teatro“), bei der im städtischen Theater landesweite Theatergruppen auftreten. Auch die Frühlingsmesse „fira de primavera” am letzten Sonntag im Mai mit ihren Ausstellungen von Möbeln und anderen industriellen und landwirtschaftlichen Erzeugnissen inklusive Sportwettbewerben, Kunstausstellungen, Folklore etc. zeigt die Lebendigkeit dieser Stadt. Bedeutend sind nach wie vor noch das Töpfereigewerbe und die Likör- bzw. Weinherstellung. Last not least gibt sich Manacor als Geburtstadt des Tennis-As Rafael Nadal das Image einer sportlichen Stadt. „Rafa“ lacht den Besucher auf Plakaten und Werbung aus fast jeder Ecke an. Bei dem wohl bekanntesten Sohn der Stadt greift sich jeder Bürger Manacors ans Herz, sowie im Stadtwappen eine Hand ein Herz umfasst.Buergermeister

Buergermeister von Manacor

 


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