Camera under control

In der Nähe von Campanet wurde unter dem Arbeitstitel „Liebe und andere Baustellen“
ein Film gedreht. Und die MALLORCA AMBIENTE war für einige Stunden live mit dabei.
Nichts sieht nach einem Filmdreh aus im hügeligen Hinterland von Campanet.
Der Himmel ist bewölkt und es riecht nach Rosmarin und Salbei, während Ziegen und Schafe die für sie typischen Geräusche von sich geben. Vögel zwitschern und ein Hase hoppelt entspannt über den Schotterweg, der auf den Berg zu einer Finca führt. Dort oben soll an diesem Tag im Juni gedreht werden. Ein deutscher Fernsehfilm mit Christine Neubauer,
Ulrich Noethen und Jürgen Heinrich in den Hauptrollen.
Oben angekommen wimmelt es plötzlich von Technikern und Technik, Schauspielern und Kabelträgern. „Dann machen wir drehfertig, bitte“, ruft der Aufnahmeleiter. Und alle am Set hören mit, denn sie sind untereinander mit Funk verbunden. Die klassische schwarzweiße Klappe fällt zu, die Anwesenden atmen leise, es ist ruhig und der Drehkran mit der Kamera schwenkt sich aus dem Gebüsch hervor und: „Drehstopp!“. Ein Flugzeug durchbricht die Stille. Immer wieder wird der Dreh aufgrund von Fluglärm heute noch unterbrochen werden. Christine Neubauer, die eine Autorin für Handwerkerratgeber spielt, aber keine praktischen Fähigkeiten in diesem Bereich besitzt, lässt sich die Füße behandeln, denn die hohen Schuhe drücken. Später wird sie Blasenpflaster bekommen. Privat sei sie handwerklich begabter als in ihrer Filmrolle, erklärt Neubauer und lacht. Sie trägt für diese Szene einen blauen Jeansrock, eine rote Bluse mit fünf dunklen und großen Knöpfen und natürlich diese hohen Schuhe mit den weißen Riemchen. Ulrich Noethen spielt den Fotografen, der Neubauer bei der medienwirksamen Renovierung einer Finca begleiten soll. Er wird von der Maske noch schnell abgetupft. Und weiter geht´s: „83/1 die Zweite“.
In den kurzen Drehpausen – bei starkem Espresso in kleinen Pappbechern – erzählt Neubauer von ihrer Liebe zu Mallorca. „Mallorca ist erfrischend untouristisch, wenn man gewisse Plätze meidet“, sagt sie und streicht sich den Pony aus dem Gesicht. Sie hat schon mal auf der Insel gedreht (Die Lebenslüge, 2008), bei Dreharbeiten in Chile und im Alpha Institut in Palma Spanisch gelernt und ist ein Fan der Altstadt von Palma und dem sonntäglichen Markt in Alcudia. Das Pfingstwochenende hat sie bei Freunden auf dem Boot verbracht, denn: „Von der Seeseite sieht man die wunderschönen Buchten und Strände noch besser…“, schwärmt Neubauer.
„Mittagspause“, ruft der Aufnahmeleiter, der hier alles unter Kontrolle hat, und die Crew schlendert in Richtung Imbisswagen und Bierbank. Noethen zieht sich eine sportliche und
vor allem rote Fleecejacke über und es gibt Kassler auf Plastiktellern unter weißen Pavillons. „Nicht unbedingt der beste Tag des Kochs“, murmeln manche, die schon gegessen haben. Gegen Nachmittag zieht sich der mallorquinisch-unbeständige Himmel weiter zu und es fängt an zu tröpfeln. Das Filmauto, der silberne Mercedes-Kombi, muss ständig poliert werden, die Kleidung der Schauspieler darf keine Tropfen abbekommen, geprobt wird nun unter Regenschirmen.
„Bitte Mercedes auf Anfang fahren“, ertönt wieder die Stimme des Aufnahmeleiters. Schauspieler Jürgen Heinrich, der sich häufiger nach seinem Text erkundigt, wird den Mercedes für diese Szene und die unterschiedlichen Einstellungen aus allen Richtungen mindestens noch zehnmal auf Anfang fahren, bis alles im Kasten ist. Immer wenn es geht und ihre Beine nicht im Bild sind, zieht Neubauer die hohen Haken von den Füßen und schlüpft in Flip-Flops. Schließlich ist man hier auf Mallorca. Einige Techniker stehen am späten Nachmittag, während des Drehs, an der blauweißen Kühlbox, die unter einem Baum im Gras steht, und wünschen sich ein kühles Bier. Sie sind schon seit den frühen Morgenstunden auf den Beinen, der Auf- und Abbau der Kameraschiene, des Krans, der Beleuchtung und der Kameras selbst ist ein Knochenjob. Es gibt aber nur Wasser und Softdrinks und auch der heutige Tag wird noch lang werden.














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Still quiet here.